Geschichte des Leichtathletikvereins

Im Jahr 1958 wurde die Leichtathletiksektion des ATSV OMV Auersthal (Auersthal ist ein kleiner Ort im Niederösterreichischen Weinviertel) gegründet, die von Beginn weg in einem engen Verhältnis zum Namenssponsor OMV (früher: Österreichische Mineralölverwaltung, ÖMV) stand. Im Jahr 1959 wurde die damalige Fußballanlage in Wien-Stadlau (Stadtteil in Wiens 22. Gemeindebezirk) von der OMV ausgebaut und zur Betriebssportanlage umgestaltet. Viele Sportartengruppen der OMV (Fußball, Leichtathletik, Volleyball, Tischtennis, etc.) siedelten sich daraufhin hier in Wien-Stadlau an. Damals erhielt der Hauptplatz auch eine Leichtathletikanlage mit 400-m-Rundbahn. Die damals neu gebaute Aschenbahn zählte zu den schnellsten in ganz Österreich. Die Leichtathlet/innen des niederösterreichischen Vereins ATSV OMV Auersthal fanden so eine neue Heimstätte in Wien - was sich bis heute nicht änderte. Sie blieben ein Mitgliedsverein des Niederösterreichischen Leichtathletikverbands mit Trainings- und Wettkampfstätte in Wien.

Im Jahr 1975 wurde die Aschenbahn durch eine Kunststoffbahn (Tartan-Belag, heute: EPDM-Belag) ersetzt. Es folgten großartige Meetings mit internationalen Weltklasse-Athlet/innen aus Jamaika, Ungarn, der DDR, der UdSSR, der BRD, etc. in den 1980iger-Jahren, die damals noch gegen Spesenersatz zu engagieren waren. Die Top-Athlet/innen (auch manche "Doping-Athlet/innen" unter ihnen) - Olympiasieger/innen, WM-Medaillengewinner/innen etc. - trieben die Anlagenrekorde auf ein beachtliches Niveau. Vielen Leistungen sind in Bereichen, wo man heute auch Edelmetall bei Welt- und Europameisterschaften holen könnte.

1987 tätigte die OMV eine große Infrastrukturinvestition und errichtete das "Aquarium" (großes Gebäude mit blauem Dach, an der Erzherzog-Karl-Straße liegt, heutiges Gebäude der Naturfreunde Wien) und einen neuen, großen Parkplatz. Die Leichtathlet/innen erhielten dadurch neue Garderoben, eine neue Kraftkammer sowie eine Sauna. Diese Räumlichkeiten werden allesamt auch heute noch genutzt. Im Jahr 1991 bekam die Anlage einen neuen Kunststoffbelag, der bis heute zwar an vielen Stellen ausgebessert und saniert wurde, aber niemals mehr ausgetauscht wurde.

2001 wurde die große, überdachte Tribüne am Hauptspielfeld errichtet. Im Jahr 2008 erfolgte ein letzter größere Umbau der Leichtathletik-Anlagen mit Unterstützung der Gemeinde Wien, aus der die neue Diskuswurfanlage, die neue Stabhochsprunganlage sowie eine Wurf-Trainingsanlage im Außenbereich resultieren. Der Belag der 400-m-Laufbahn wurde punktuell ausgebessert, gereinigt und neu markiert. Ebenfalls im Jahr 2008 wurde aus der Leichtathletiksektion des ATSV OMV Auersthal der Zweigverein ATSV OMV Auersthal - Leichtathletik.

Der Leichtathletikverein zählte in den letzten Jahren immer zu den 10-15  besten Vereinen Österreichs und zeichnet sich durch gute Nachwuchsarbeit aus. Besonders in den letzten fünf Jahren konnte sich der Verein in der erweiterten Spitze Österreichs etablieren und wird vom Land NÖ als Leistungszentrum sehr gut gefördert. Dabei qualifizierten sich mehrere Athlet/innen für Nachwuchs-Welt- und -Europameisterschaften, verbesserten österreichische Rekorde in den Nachwuchsklassen und gewannen unzählige Titel und Medaillen bei österreichischen Meisterschaften und NÖLV-Landesmeisterschaften.

Internationale Highlights des letzten Jahrzehnts waren die Qualifikation von 400-m-Hürdenläufer Thomas Kain für die Freiluft-EM der Allgemeinen Klasse in Zürich im Jahr 2014, die Teilnahme von Clara Baudis im Hammerwurf bei der U18-EM in Györ 2018 sowie die Teilnahmen von Hochspringer Lionel-Afan Strasser und Dreispringer Jordan Lindinger-Asamoah an der U20-EM in Tallinn 2021, Letzterer zog dort sogar ins Finale der Top-12 ein.

Im Jahr 2021 gewann unser Verein erstmals den NÖLV-Cup, eine Vereinsjahreswertung, die seit 1972 ausgetragen wird.

Mit Unterstützung durch das Kommunalinvestitionsgesetz ist eine Sanierung der Leichtathletikanlagen in Wien-Stadlau durch die Stadt Wien ab Ende 2022 bis Frühjahr 2023 geplant.